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Erstes Google Core-Update 2016 – Gewinner, Verlierer und die Folgen

Erstes Google Core-Update 2016

GOOGLE OPTIMIERT ZENTRALEN RANKING-ALGORITHMUS


Google hat das Jahr 2016 gleich mit einem bedeutsamen Update begonnen. Mittlerweile wurde bestätigt, es handelt sich nicht bloß um ein Panda- oder Penguin-Update. Das Google Core-Update geht wesentlich weiter. Die Änderungen optimieren den Kern des Ranking-Algorithmus.

Hintergrund zum Google Core-Update 2016

Zum Jahresbeginn 2016 wurde global ein Penguin-Update erwartet, wobei die Analysten vom Wochenende des 9./10. Januar 2016 ausgingen.


Doch Anfang letzter Woche stellte Googles „Webmaster Trends Analyst“ John Mueller auf Twitter klar, dass es nicht das erwartete Penguin-Update sei.

Wir haben uns die Ergebnisse und Folgen für Sie genauer angeschaut.

Massiver Führungswechsel

Den Daten zu folge haben die bestplatzierten unter den Top 100-Websites kräftig durchgewechselt. Danach ist jede zweite Website neu auf der Liste der Gewinner. Auch bei den Verlierern haben 50 Prozent der Websites durchgetauscht.


Die massiven Auswirkungen auf die SEO-Sichtbarkeit zeigen sich sowohl auf google.com als auch google.de. Ebenfalls sind diese Veränderungen in den Desktop- und mobilen Suchergebnissen zu beobachten.

Marken-Websites gewinnen ihre Alleinstellung

Das Google Core-Update hat derzeit die größten negativen Auswirkungen auf Premium Content-Publisher in den USA. Hiervon betroffen sind besonders Beiträge mit Bezug zu Marken-Keywords und trafficstarken generischen Keywords.


Demzufolge haben auffällig viele Websites bekannter Printtitel ihre Top-Rankings für diese meist älteren „markenorientierten“ und „generischen“ Beiträge mit geringerer Relevanz eingebüßt.

In Deutschland konnten die Effekte bisher nicht beobachtet werden. Vermutlich hat es damit zu tun, dass das globale Update hierzulande noch nicht vollständig ausgerollt wurde.

Hingegen zählen Brand-Websites zu den Gewinnern des Google-Updates wie audi.de, villeroy-boch.com und telekom.de.

Gewinner: Websites mit starken wort- und visuellen Inhalten

Einige Premium Inhalte und Content-Publisher haben vom Google Core-Update profitieren können. Dazu gehören besonders Beiträge mit hohem Informationsgehalt und multimedialer Darstellung.


Die Online-Inhalte sind mit über 3.000 Wörtern außerordentlich textlastig und werden mit einem Video und zahlreichen Fotos anschaulich ergänzt.

Beispiel: gq.com
Beispiel hierfür ist das Exklusiv-Interview der GQ.com in Wort, Bild und Video mit dem Ausnahme-Quarterback Tom Bradey zur Wahl des „Man of the Year 2015“.

Tom-Brady-GQ-com_Erstes Google Core-Update 2016
Auch ist es von Vorteil, wenn die Beiträge viele inhaltliche Themenbereiche abdecken. Google belohnt demzufolge diejenigen Artikel mit besserer Sichtbarkeit, die ein breites Spektrum von Unterthemen und Keywords abdecken.
Weniger überraschend ist die Beobachtung, daß Suchanfragen für aktuelle Berichterstattung mit hohem Newswert besser platziert werden.

Besucher-Nutzen ist entscheidend

Beispiel: brainpop.com
Auch ein Anbieter von „Educational Games“ wie brainpop.com ist im Ranking aufgestiegen. Hier ist besonders interessant, dass die Website kaum aktuelle Inhalte anbietet oder viele Keywords abdeckt. Die Website ist sogar ausserordentlich bildlastig.


Aus klassischer SEO-Sicht läßt sich das Ranking kaum nachvollziehen. Dafür kann es nur die Erklärung geben, daß diese Domain allein aufgrund der Nutzer-Signale besser positioniert ist.

Brainpop-com_Home_Erstes Google Core-Update 2016
Nutzerintention erfüllen
Darunter ist zu verstehen, daß der Website-Besucher dort relevante Inhalte findet, die seiner Nutzerabsicht am nächsten kommen. Ein Bespiel für die Erfüllung der Nutzerintention:

Sucht jemand nach „How to write a sentence“ und landet er auf Brainpop, dann geht Google davon aus, daß das Suchergebnis die Suchanfrage am Besten erfüllt hat.

Darüber hinaus haben weitere Nutzersignale an Bedeutung gewonnen, die das Nutzerinteresse anhand von qualitativen Messkriterien, wie der Verweildauer und Absprungrate in den Fokus stellen.

Beispiel: similarweb.com
Als Extrembeispiel ist hier Similarweb genannt mit einer ungewöhnlich hohen Verweildauer von durchschnittlich acht Minuten.

Während die Absprungrate – ein nicht zu verachtender Faktor – bei unter 20 Prozent liegt. Weitere Details zur Analyse des Google-Update finden Sie bei Searchmetrics.

Fazit: Messbares Besucher-Engagement hat Vorrang

Die qualitativen SEO-Kriterien haben im Interesse des Google-Nutzers weiter an Bedeutung gewonnen.


Websites, die sich inhaltlich besser auf ihre Besucher und Interessenten einstellen, werden mit dem Google Core-Update stärker belohnt. Deren Website-Inhalte, die ergänzend zu den relevanten Text-Beiträgen, auch multimedial aufbereitet sind, gehören zu den Gewinnern.

Zudem werden längere themenübergreifende Artikel, die ein Thema umfassender darstellen, besser platziert.

Der praktische Nutzen für den Besucher wird an dessen Engagement gemessen. Von Ranking-Vorteil sind daher eine hohe Verweildauer und niedrige Absprungrate.

Diese qualitativen Messkriterien sollten daher künftig in keiner SEO-Auswertung mehr fehlen.

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